KUGEL-SCHWINGUNGSDÄMPFER
System Dr. Trätner, Deutsches Patent DE-4109964

PROBLEMSTELLUNGSchlanke,
turmartige Gebäude können durch verschiedene Erregermechanismen des
Windes zu horizontalen Schwingungen angeregt werden, wie zum Beispiel  | böenerregte Schwingungen in Windrichtung
|  | wirbelerregte Schwingungen quer zur Windrichtung (Kármánsche Wirbelstraße)
|  | Gallopingschwingungen (klassisches Galloping)
|  | Interferenzgalloping |

Die Systemantwort, d.h. die Schwingamplitude des
Bauwerkes, wird maßgeblich von der Strukturdämpfung beeinflußt. Bei
schwach gedämpften Systemen, wie es z.B. Stahlschornsteine oder Kolonnen
im Chemie-Anlagenbau sein können, stellt der Einsatz eines dynamischen
Schwingungsdämpfers häufig die wirtschaftlichste Möglichkeit der
gezielten Dämpfungserhöhung dar.

WIRKUNGSWEISEDie
Dämpfung wird beim Kugel-Schwingungsdämpfer dadurch erzielt, daß eine
Kugel der Schwingung des Bauwerkes in einer phasenverschobenen
Schwingung entgegenrollt, sobald die durch Schwingungen ausgeübte
Bauwerksbeschleunigung einen bestimmten Werk überschreitet.

Der Durchmesser der Kugel, die Geometrie der
Kalotte und der Füllstand des Öls sind derart aufeinander und auf das
Bauwerk abgestimmt, daß sich eine optimale Dämpferwirkung einstellt.
Für die Auslegung des Kugel-Schwingungsdämpfers
wurden spezielle Berechnungsverfahren ausgearbeitet, die mit
umfangreichen Versuchsserien verifiziert wurden.
BESTANDTEILEDer Kugel-Schwingungsdämpfer besteht aus
 | auswechselbarer Kalotte (Rotationskörper eines Kreisbogens)
|  | Stahl- oder Stahlgußkugel als Dämpfermasse
|  | Silikonöl als Dämpfungsflüssigkeit
|  | Dämpfungsring als Ausgleich für temperaturbedingte Viskositätsänderungen und als Anschlagpuffer
|  | gegen Umwelteinflüsse abgeschirmtes, abgedecktes Gehäuse |
In der Zeitschrift "Stahlbau", Heft 6, Juni
1994, Seite 179-187, ist eine ausführliche Beschreibung des
Kugel-Dämpfers enthalten.
EINSATZGEBIETDer
Kugel-Schwingungsdämpfer ermöglicht eine wirtschaftliche Ausführung von
schlanken turmartigen Bauwerken, wenn seine dämpfungserhöhende Wirkung
bereits in der Projektierungsphase berücksichtigt wird.
Der Kugel-Schwingungsdämpfer eignet sich zur
problemlosen Nachrüstung bereits bestehender Bauwerke, bei denen
unerwartet große Schwingungen aufgetreten sind.
Der Kugel-Schwingungsdämpfer wird im Anlagenbau
eingesetzt, wenn durch unrund laufende Maschinen horizontale
Resonanzschwingungen auftreten.
Der Kugel-Schwingungsdämpfer ist bei extrem ungünstigen Umweltbedingungen uneingeschränkt wartungsfrei wirksam.
Der Kugel-Schwingungsdämpfer kann bis zu Bauwerkseigenfrequenzen < 2,5 Hz eingesetzt werden.
Durch den Einsatz des Kugel-Schwingungsdämpfers
werden Schwingungen wirksam und dauerhaft reduziert. Bei Veränderungen
an der Baukonstruktion oder bei Abweichung der theoretisch ermittelten
von der praktisch auftretenden Eigenfrequenz kann durch Auswechselung
der Kalotte der Dämpfer wieder optimal abgestimmt werden.
Am Bauwerk können nebeneinander eine unbegrenzte Anzahl von Kugel-Schwingungsdämpfern angeordnet werden.



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